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Tipps und Hilfe zur Bewerbung

Spinner & Betrüger
Über unseriöse Jobangebote im Internet

Ein Beitrag von Oliver Wilken


Das Internet hat sich in den letzten Jahren erstaunlich entwickelt - eine erfolgreiche Stellensuche ist ohne Internet inzwischen kaum noch denkbar. Leider haben inzwischen aber auch zahlreiche Spinner und Betrüger die Vorzüge des Internets entdeckt:
Viele unseriöse Angebote, die sich früher beispielsweise in Kleinanzeigen der Tageszeitungen und Offertenblätter fanden, werden inzwischen im Internet verbreitet.
Hier einige Hinweise, woran Sie unseriöse Angebote erkennen.


Zu schön, um wahr zu sein
Ein unglaubliches Angebot? Zu schön, um wahr zu sein? Reich werden ohne Arbeit?
Können Sie vergessen.
Vertrauen Sie Ihrem Instinkt: Angebote der Art „Zehntausend Euro in zehn Tagen“ können Sie getrost ignorieren, denn es handelt sich hierbei lediglich um Lockangebote, um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen.
Niemand hat etwas zu verschenken. Auch nicht im Internet.

Bearbeitungsgebühren
Ein uralter Trick, mit dem schon seit vielen Jahren arglose Bewerber über den Tisch gezogen werden:
Man bietet Ihnen einen interessanten Job an, aber – leider, leider - soll für die Bearbeitung der Bewerbung eine kleine Bearbeitungsgebühr erhoben werden. In der Regel ist die vermeintliche Bearbeitungsgebühr deutlich geringer als der versprochene Lohn.
Abgesehen davon, daß kein seriöser Arbeitgeber für die Bearbeitung eingehender Bewerbungen Gebühren von den Bewerbern einfordert, stellt sich die Frage, weshalb eigentlich die Bearbeitungsgebühr nicht mit dem späteren Lohn verrechnet, sondern gleich vorab in bar verlangt wird?
Eine Variation dieses Tricks: Sie melden sich auf eine Stellenanzeige, und für die Übersendung weiterer Informationen wird eine „Schutzgebühr“, „Materialgebühr“ od. ähnliches verlangt – auch wenn das Angebot noch so verlockend erscheint, lassen Sie sich nicht verschaukeln:
Das Material, das Ihnen – wenn überhaupt – zugeschickt wird, ist in der Regel nicht einmal das Porto wert.
Das gleiche gilt übrigens auch für kostenpflichtige 0900-Rufnummern:
Kein seriöses Unternehmen wird von Ihnen erwarten, daß Sie für ein Telefonat teure Gebühren im Minutentakt bezahlen.

Finanzagenten?
Vorsicht ist angebracht bei Stellenangeboten, in denen man Sie für eine Stelle als "Finanzagent" gewinnen will:
Unseriöse Anbieter bieten Ihnen hierbei eine vermeintlich einfache Tätigkeit an, einzige Voraussetzung sei, daß Sie Ihr Bankkonto zur Verfügung stellen, um dann - gegen eine Provision - über Ihr Konto Geldtransaktionen durchzuführen.
Meist stammen die Gelder, die von Ihnen bewegt werden sollen, aus Betrug und Straftaten, und Ihr Bankkonto wird dazu mißbraucht, den Weg des Geldes zu verschleiern.
Wichtig: Wer als "Finanzagent" bei solchen Transaktionen mitwirkt und Gelder an Täter im Ausland überweist, setzt sich der Gefahr aus, wegen Beihilfe zu Betrug oder Geldwäsche belangt zu werden.

Wischi-Waschi
Jedes Unternehmen hat genaue Vorstellungen darüber, wer für welche Aufgaben konkret benötigt wird.
In seriösen Stellenangeboten werden Sie daher in der Regel konkrete Angaben zur Tätigkeit und den erwünschten Qualifikationen finden.
Unseriöse Angebote hingegen zeichnen sich oft durch langatmiges und unkonkretes Geschwafel aus:
Wenn in blumigen Worten über eine großartige Zukunft phantasiert wird und Sie dennoch selbst nach mehrmaliger Lektüre der Anzeige nicht verstehen, worum es eigentlich geht, dann ist Vorsicht angebracht.

Versteckspielchen
Ein weiteres Indiz für ein unseriöses Angebot:
Der Anbieter ist nicht wirklich zu identifizieren und bleibt im Verborgenen.
Natürlich gibt es seriöse Unternehmen, die in Stellenausschreibungen selbst nicht direkt in Erscheinung treten. In der Regel will man hier vermeiden, daß Konkurrenten Informationen über Pläne, Produkte und interne Abläufe eines Unternehmens gewinnen.
In solchen Fällen wird dann jedoch oftmals ein seriöser Vermittler beauftragt – z.B. ein Personalvermittler oder eine Unternehmensberatung -, die eingehenden Bewerbungen zu bearbeiten und zu prüfen.
Es gibt also für Sie als Bewerber – auch wenn Ihnen das eigentliche Unternehmen selbst nicht bekannt wird – einen konkreten Ansprechpartner.
Betrügerische Unternehmen hingegen scheuen das Licht der Welt:
So erhalten Sie beispielsweise weder eine Anschrift oder gültige Telefonnummer, unter der Sie jemanden zu normalen Arbeitszeiten erreichen könnten. Stattdessen teilt man Ihnen eine seltsame eMailadresse mit, womöglich von einem Freemailer wie Hotmail oder GMX.
Wenn Ihnen das Unternehmen unbekannt ist und Ihnen Zweifel kommen:
Nutzen Sie die gängigen Suchmaschinen und recherchieren Sie!
Seien Sie skeptisch, wenn ein angebliches Weltunternehmen mit zwei Milliarden Euro Jahresumsatz sich keine eigene Website leisten kann.
Oder wenn sich auf deren Website keinerlei Angaben zu Rechtsform, Steuernummer oder Geschäftsführer finden.

Links zum Thema:
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat auf ihrer Website eine Liste mit unseriösen Anbietern vermeintlicher "Nebenjobs" zusammengestellt: http://www.vzhh.de/~upload/vz/VZTexte/TexteRecht/Nebenverdienst.htm

Desweiteren hat der Bankenverband ein Faltblatt (PDF) zum Thema "Finanzagenten" erstellt:
http://www.bankenverband.de/pic/artikelpic/072007/br_0707_finanzagenten.pdf



Über den Autor:
Oliver Wilken ist Softwareentwickler und Geschäftsführer der Jobsuchmaschine JobRobot.
Bereits seit 1997 verschafft JobRobot sowohl Bewerbern als auch Unternehmen einen umfassenden Überblick über den aktuellen Online-Stellenmarkt - JobRobot zählt seither sowohl zu den umfangreichsten als auch ältesten Jobsites im Internet überhaupt.