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Tipps und Hilfe zur Bewerbung

Gängige formelle Fehler im Anschreiben

Ein Beitrag von Gitte Härter


Das Anschreiben ist das Herzstück einer erfolgreichen Bewerbung: Es prägt den ersten Eindruck, optisch und inhaltlich. Bei unseren Bewerbungsmappen-Checks sehen wir eine Reihe von formellen Fehlern immer wieder – hier eine Auswahl:


Absender

Der Absender sollte alle Kontaktdaten enthalten, damit der Personalentscheider unkompliziert Kontakt aufnehmen kann. Wer eine email-Adresse hat und seine emails auch regelmäßig liest, sollte diese auch angeben.

Hinweis: Für Bewerbungszwecke bitte darauf achten, dass die E-Mail-Adresse präsentabel ist. Wer einen seltsamen E-Mail-Alias gewählt hat (reddevil@soundso.com etc.), sollte sich für Bewerbungszwecke einen neutralen Mail-Namen wählen. Freemail-Anbieter machen dies ja ohne großen Aufwand möglich.

zwischen der Straße und dem Ort ist beim Absender keine Leerzeile



Empfänger

Immer einen Namen oder die entsprechende Abteilung angeben - bei Namen möglichst komplett: wenn bekannt, Titel und Vornamen nennen.

Abkürzungen für "zu Händen" (z. Hd., z. H.) sind seit Jahren abgeschafft – auch wenn sie in einigen Stellenanzeigen noch genannt werden




Datum

Die Angabe des Ortes ist unnötig und seit längerem abgeschafft (Ausnahme: Unternehmen mit mehreren Niederlassungen auf dem Briefkopf, die deutlich machen müssen, von welcher Adresse der Brief kommt).

Anmerkung: Sofern in solchen Fällen der Ort angegeben wird, gibt es kein "den" mehr.



Betreff

Der Betreff soll dem Empfänger auf den ersten Blick mitteilen, worum es in dem Brief geht/das Wort "Betreff" oder die Abkürzung "Betr." ist veraltet – der Betreff wird deutlich vom Text abgesetzt, Fettdruck ist vorteilhaft, aber kein Muss

Den Betreff bitte aussagekräftig – nur "Bewerbung" ist nicht aussagekräftig genug: für welche Position, ggf. Hinweis auf welche Ausschreibung (z. B. "Ihre Anzeige in der FAZ vom xx.xx.xx")



Grußformel und Unterschrift

Hier gibt es keine feste Regel – was nicht mehr zeitgemäß ist und was unfreundlich wirken kann, ist das sehr förmliche "hochachtungsvoll". In der Regel wird "Mit freundlichen Grüßen" - oder auch in Variationen (Viele Grüße etc.) genutzt.

Die Unterschrift wird nicht mehr getippt wiederholt, da aus dem Absender ja eindeutig hervorgeht, wer den Brief geschrieben hat (das ist nur wichtig bei Unternehmen, da aus dem Briefkopf der individuelle Name des Absenders nicht hervorgeht)

Briefe werden natürlich unterschrieben – mit Vor- und Nachnamen.



DIN-Norm?

Es gibt eine Norm fürs Briefeschreiben – die DIN 5008. Diese ist als Broschüre im Buchhandel erhältlich, wenn sich jemand konkret daran halten möchte. Kürzlich wurde diese DIN-Norm übrigens überarbeitet: es gab Neuerungen.
Wirklich im Detail wichtig ist das nur für Kandidaten, die sich auf Positionen bewerben, wo man diese Richtlinien auch beherrschen muss (z. B. Sekretärin).

Die grundlegenden Richtlinien machen jedoch allgemein Sinn und sollten beherzigt werden.



Rechtschreibung

Ob neue oder alte Rechtschreibung hängt davon ab, ob im entsprechenden Bundesland überhaupt die Rechtschreibung geändert wurde – und auch wieder davon, für welche Position man sich bewirbt. Viele Unternehmen verlangen die neue Rechtschreibung. In jedem Fall sollte man sich darüber informieren, denn das Halbwissen, das mittlerweile propagiert wird, ist häufig falsch (z. B. "es gibt kein scharfes S mehr").

Wichtig für jeden: Die Bewerbung auf Rechtschreibfehler prüfen! Wer sich nicht sicher ist, lässt jemanden Korrektur lesen, der es auch wirklich kann!



Ergänzend noch ein paar Details, auf die es sich zu achten lohnt



Briefkopf

Der Computer macht es möglich: Das frühere karge Schreibmaschinen-Layout, einfach den eigenen Absender einzeilig untereinander wegzuschreiben, ist nicht mehr nötig.

Damit das Anschreiben ein Gesicht hat und der Bewerber zeigt, dass er mit dem Computer gut umgehen kann, empfiehlt es sich, einen (schlichten) Briefkopf zu erstellen.

Tipp: Keine wilden Übertreibungen mit riesigen Schrifttypen oder Farben und vor allen Dingen keine komischen Pseudo-Logos!



Text und Layout

Den Text ansprechend auf die Seite verteilen und nicht unnötig zusammenquetschen.

Tipp: In der Regel ist das Anschreiben eine Seite lang. Diese reicht im Normalfall auch vollkommen aus. Wer aber wirklich Relevantes (!) im Hinblick auf die Bewerbung zu sagen hat und mit einer Seite nicht auskommt, kann natürlich auf der zweiten Seite weiterschreiben.
Aber, wie gesagt: In der Regel reicht eine Seite vollkommen aus. Also den Text, wenn er zu lange gerät, noch einmal anschauen und straffen.

Blocksatz (= die Zeilen sind gleich lang) empfiehlt sich nicht. Erstens ist er schlechter zu lesen als linksbündiger Text. Und zweitens ergeben sich unschöne, ungleichmäßige Lücken zwischen den Worten.



Papier

Es muss nicht immer das übliche 80 g-Kopierpapier sein. Etwas festeres Papier (100 – 120 g) kommt gut.



Autorenbild Gitte HärterÜber die Autorin:

(c) Gitte Härter
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Gitte Härter war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin. Außerdem hat sie über zwei Dutzend Ratgeber
veröffentlicht: www.schreibnudel.de .

Gemeinsam mit Christine Öttl hat sie unter anderem
Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

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