Autorenbild Nikolaus B. EnkelmannMotivation und Selbstmanagement

Lassen Sie los!
Gedankenhygiene befreit die Seele

Ein Beitrag von Nikolaus B. Enkelmann

Wer Erfolg haben will, muss erkennen, wann es an der Zeit ist, bestimmte Dinge „los zu lassen“. Sei es, zu akzeptieren, dass man etwas einfach nicht kann oder zu erkennen, dass der Streit mit dem ehemals besten Freund einen irreparablen Schaden angerichtet hat. Probleme, die uns belasten, kosten Kraft und Zeit, die wir im Leben für wichtigeres brauchen.

Was hat Sie bisher daran gehindert, der zu sein, der Sie in Wirklichkeit sind. Ängste, Hemmungen, Zweifel, dunkle Gedanken, sich selbst erfüllende Prophezeiungen...? Nicht nur Hindernisse, die von anderen für uns aufgebaut werden, sollten wir ablegen. Auch Gefühle wie Neid und Missgunst blockieren uns auf unserem Weg zur Freiheit. Vieles, was wir so mit uns herumschleppen, bemerken wir gar nicht mehr, denn wir haben uns daran gewöhnt. Es erscheint uns normal, dass wir belastet sind.


Die Geschichte vom Wanderer
Ein Wanderer schleppte sich mühselig auf einer scheinbar unendlichen staubigen Straße dahin. Er war über und über mit Säcken und Lasten behangen. Ein schwerer Sandsack hing an seinem Rücken, um seinen Körper hatte er einen dicken Wasserschlauch geschlungen. In der rechten Hand schleppte er einen schweren Stein, in der linken hielt er einen Geröllbrocken. Um seinen Hals baumelte an einem dicken Strick ein alter Mühlstein. Um seine Fußgelenke waren rostige Ketten geschlungen, an denen er schwere Gewichte durch den Staub schleifte. Auf dem Kopf balancierte er einen halbfaulen Kürbis. Bei jedem seiner Schritte klirrten die Ketten, ächzend und stöhnend schleppte er sich voran, wobei er über sein hartes Schicksal klagte und die Müdigkeit, unter der er ständig litt. Auf seinem Weg begegnete ihm in der glühenden Mittagshitze ein Bauer, der ihn fragte „Oh, müder Wanderer, warum belastet du dich mit diesem Felsbrocken?“ „Ja, du hast Recht, das habe ich noch gar nicht bemerkt“, antwortete der Wanderer. Er warf den Steinbrocken weit von sich und fühlte sich gleich viel leichter. Nach einer Weile begegnete er einem anderen Bauern, der ihn fragte „Sag, müder Wanderer, warum plagst du dich so sehr mit diesem halbfaulen schweren Kürbis ab und diesen schweren Eisenketten, die du hinter dir herziehst?“ Der Wanderer antwortete: „Ich bin so froh, dass du mich darauf aufmerksam machst. Ich habe bisher gar nicht bemerkt, was ich mir damit antue“ sagte er und schüttelte die Ketten ab, zerschmetterte den Kürbis im Straßengraben. Und gleich fühlte er sich leichter. Doch schon nach kurzer Zeit begann sein Leiden von neuem. Da kam ein Bauer gerade vom Feld und betrachtete den Wanderer erstaunt. „Oh, guter Mann, du trägst ja Sand im Rucksack. Was du dort vorn in der Ferne siehst ist Sand, nichts als Sand - mehr als du jemals tragen konntest. Und dann dein Wasserschlauch? Als wolltest du die Wüste Kawir durchqueren! Dabei fließt doch genau neben dir ein klarer Fluss, der deinen Weg noch lange begleiten wird. „Danke dir, Bauer, jetzt merke ich, was ich mit mir herumgeschleppt habe“. Mit diesen Worten nahm der Wanderer den Wasserschlauch auf, dessen brackiges Wasser sofort im Boden versank und füllte mit dem Sand aus seinem Rucksack ein Schlagloch in der Straße. Sinnend stand er da und schaute auf die untergehende Sonne. Die letzten Sonnenstrahlen schickten ihm die Erleuchtung. Er blickte an sich herab und sah den schweren Mühlstein an seinem Hals. Da bemerkte er, dass es der Stein war, der ihn so nach unten zog. Er band ihn los und warf ihn so weit er nur konnte. Befreit von all seinen Lasten schritt er leichten Fußes durch die Abendkühle, um eine Herberge zu finden.


Freiheit bedeutet Selbstverantwortung
Überlegen Sie doch selbst einmal, woran Sie sich schon so gewöhnt haben, wie unser Wanderer? Wer muss kommen und Ihnen sagen, welche Lasten Sie an sich befestigt haben? Vielleicht haben Sie sogar Angst davor, diesen Ballast, wie

· schlechte Gewohnheiten
· Angst vor ...
· destruktive Gedanken über ...
· Pessimismus
· Zweifel
· Hemmungen jeder Art
· selbst gesetzte Grenzen
· Probleme und Sorgen
· Eifersucht, Neid, Schadenfreude ...

abzulegen, haben Angst davor, dass Ihr Leben dann anders - leichter - wird. Vielleicht lieben Sie die Gewichte, die Sie klein machen und herunterdrücken? Vielleicht ist dies auch schon die erste Last, die Sie ablegen müssen, denn Freiheit bedeutet automatisch Selbstverantwortlichkeit. In Zukunft sind Sie für sich selbst verantwortlich - für alles, was in Ihrem Leben geschieht.

Aber stellen Sie sich einmal vor, welche Chancen Ihnen die Selbst-Verantwortung bietet. Wenn Sie mal nicht gewonnen haben, egal, ob es sich hierbei um einen Job, einen Auftrag, einen guten Preis oder gar eine/n Partner/in handelt, dann haben Sie jetzt die beste Gelegenheit, aus dieser Situation zu lernen. Dann können Sie es das nächste Mal besser machen. Das ist bereits der erste positive Aspekt. Nur Lernen bringt uns - und die Welt - weiter. Wer sich auf Erlerntem ausruht, der bleibt stehen, alles stagniert. Und das entspricht in keiner Weise unserem Lebensauftrag.


Wer nicht mit der Zeit geht…
Wer sich auf alte Theorien beruft, gehört schnell zum alten Eisen, dabei spielt es keine Rolle, um welchen Lebensbereich es sich handelt. Unser Leben ist schnelllebig geworden. Schauen Sie sich nur die neuen Technologien an. Wer nicht am Ball bleibt, ist out; wer nicht mit dem Internet umgehen kann, bleibt auf der Strecke. Das wissen wir alle und halten deshalb tapfer mit. Aber wenn es um unsere geistige Entwicklung geht, wollen wir nicht mitmachen und uns weiterentwickeln. Da bleiben wir stehen, behindern uns selbst und befinden uns in großer Gesellschaft. Die Angst vor Computer & Co überwinden wir vermutlich, weil uns eine größere Angst im Nacken sitzt, die Angst, ausgemustert zu werden. Die Angst vor der Freiheit überwinden wir nicht, weil wir noch nicht erkannt haben, wie sehr wir uns schaden, wenn wir den Rest unseres Lebens in engen Grenzen verbringen.

Wenn es Ihnen schwer fällt, die Verantwortung für sich und Ihre Zukunft zu übernehmen, dann listen Sie die Vor- und Nachteile auf. Sie werden dabei erkennen, dass es viel leichter ist, Verantwortung zu übernehmen, als Sie sich bisher vorstellen konnten, denn damit haben Sie Handlungsspielraum gewonnen. Es liegt an Ihnen, was in Ihrem Leben geschieht. Schalten Sie den Zufall aus! Machen Sie andere oder gar das Schicksal verantwortlich, haben Sie für sich die Opferrolle gewählt. Aber wer will schon ein ganzes Leben lang Opfer sein?

Lassen Sie daher alles los, was Sie in Ihrem Vorwärtskommen behindert, atmen Sie tief durch und spüren Sie, wie die Lasten von Ihnen abfallen. Sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge alles, was Sie jetzt ablegen wollen, und fühlen Sie, wie es Ihnen leicht ums Herz wird, wie Sie ganz leicht und befreit atmen können. Genießen Sie dieses angenehme Gefühl. Atmen Sie ruhig und tief. Spüren Sie dabei, wie Ihr Körper sich aufrichtet, wie Ihre Muskeln sich lockern und wie Kraft und Freude aus Ihrem Inneren in Ihnen hochsteigen.



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Über den Autor:


Nikolaus B. Enkelmann ist ein bedeutender Erfolgstrainer im deutschsprachigen Raum.
Gemeinsam mit seiner Tochter Claudia leitet er das Instituts für Persönlichkeitsbildung, Rhetorik und Zukunftsgestaltung in Königstein/Taunus (Tel.: 06174/3980, Fax: 06174/24379). Besonders gern verpflichten Konzerne, Großunternehmen sowie vorausplanende mittelständische Firmen Nikolaus B. Enkelmann für Motivations- und Weiterbildungsseminare. Über 1.000.000 Menschen, Top-Manager, Spitzensportler, Ärzte und Angehörige anderer Berufsgruppen besuchten seine Seminare. Nikolaus B. Enkelmann hat sich zudem als Autor zahlreicher Erfolgsbücher, Herausgeber einer eigenen Zeitschrift und einer Fülle von Tonkassetten und Videos einen hervorragenden Namen gemacht.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Institut Enkelmann, Altkönigstr. 38 c, 61462 Königstein/Taunus, Tel.: 06174/3980, Fax: 06174/24379, https://enkelmann.de/, Email: info@enkelmann.de


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