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Wo kann man heute noch EUR 3.000,- netto verdienen?

30. August 2019 | 5 Kommentare

Die Frage, in welchem Beruf ein gewünschtes Monatsnettoeinkommen erzielt werden kann, lässt sich pauschal nicht so ohne Weiteres beantworten. Neben der jeweiligen Steuerklasse beeinflussen viele weitere Faktoren das zu erzielende Nettoeinkommen. Um z.B. EUR 3.000,- netto zu verdienen, sollte man zunächst im Einzelfall mit einem Lohn-Brutto-Netto-Rechner, wie sie im Internet von vielen Anbietern bereitgestellt werden, das erforderliche Bruttogehalt ermitteln. Dort können die jeweiligen Parameter wie Steuerklasse, Anzahl der Kinder, Bundesland usw. angegeben werden. In welchen Branchen und Regionen Deutschlands welche Einkünfte erzielt werden und welche weiteren Faktoren sich auf das Einkommen bemerkbar machen, beschreiben wir in diesem Leitfaden.


Wichtige Informationsquelle für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Der Gehaltsspiegel

In einem Gehaltsspiegel werden durchschnittliche Einkünfte in Form eines deutschlandweiten Marktvergleichs aufgelistet, kategorisiert nach Berufsgruppen, Berufserfahrung, Position im Unternehmen usw. Diese Datensammlung ist primär interessant für Arbeitgeber, Headhunter, Arbeitsvermittler und Gewerkschaften, damit festgestellt werden kann, in welcher Höhe potenzielle Mitarbeiter entlohnt werden sollten. Somit ist der Gehaltsspiegel auch eine wichtige Informationsquelle für Tarifverhandlungen und zur Ermittlung, ob die Gehaltsstruktur einer Firma in etwa den Marktverhältnissen entspricht.


Faktoren, die Ihr Einkommen beeinflussen können

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Ihr Wunscheinkommen beeinflussen können. Im Folgenden listen wir die wichtigsten Dinge auf.

  • Bundesland des Wohn- bzw. Arbeitsortes. In einem Gehaltsreport aus dem Jahr 2016 wurde ermittelt, in welchen Bundesländern welche Einkommen erzielt werden. So rangiert Hessen auf Platz 1 der Länder, in denen qualifizierte Arbeitnehmer das höchste Einkommen beziehen - das Durchschnittsgehalt belief sich dort auf 55.500 EUR pro Jahr. Somit ist es im Rhein-Main-Gebiet relativ problemlos möglich, 3000 EUR netto zu verdienen. Knapp dahinter sind Bayern und Baden-Württemberg zu finden mit ca. 54.500 EUR Jahresbruttoeinkommen. In diesen Regionen Deutschlands ist es also durchaus möglich, mit einer fundierten Ausbildung auch ohne gehobenen Managerposten mit 3000 EUR netto im Monat nach Hause zu gehen. Schlusslicht im Bundesländervergleich ist übrigens Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 38.300 EUR Bruttoeinkommen im Jahr.


  • Alter des Arbeitnehmers. Gemäß einer Studie von gehalt.de steigen die Einkommen der Deutschen bis zu einer gewissen Altersgrenze stetig an. Durchschnittlich erzielen Angestellte im Alter von 40 Jahren ein Jahreseinkommen von ca. 45.000 EUR. Im fortgeschrittenen Lebensalter steigen die Bezüge dann nur noch bei Führungskräften an, hier liegt der Durchschnitt bei rund 100.000 EUR. Dennoch steigt das Einkommen im Alter, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Die Gehälter der über 60-jährigen, die noch im Berufsleben stehen, ist in den vergangenen 30 Jahren um 52 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Jahreseinkommen der unter 45-jährigen um nur rund 30 Prozent.


  • Ihre Nationalität. Ein leidiger Einfluss, der Ihr Einkommen bereits in der Bewerbungsphase festlegt, ist der Klang Ihres Namens. Dies zeigt eine schwedische Studie zum Einfluss von Namen auf erzielte Gehälter. Die Studie ergab, dass asiatische, afrikanische oder slawische Immigranten, die sich einen einheimisch klingenden Namen zulegten, durchschnittlich 141 Prozent mehr verdienen als Einwanderer mit ihrem ursprünglichen Namen - bei vergleichbarer Qualifikation wohlgemerkt.


  • Ihre Ich-Bezogenheit. Wer bei Gehaltsverhandlungen auf den Ego-Trip setzt, holt mehr heraus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von 149 neu eingestellten Mitarbeitern. Das mag zunächst nicht überraschend klingen, allerdings kam auch heraus, dass sich kompromissbereit zeigende Bewerber bei Firmen, die kein hohes Gehalt bieten können, anderweitige Vorteile wie mehr Urlaubstage, Fortbildungen, Sozialleistungen oder einen Firmenwagen erzielen können.


  • Ihr Geschlecht. Leider ist es nach wie vor so, dass Frauen weniger verdienen als Männer, wobei die Unterschiede nach Bundesland voneinander abweichen können. Auffallend große Einkommensunterschiede gibt es in Baden-Württemberg, wo Arbeitnehmerinnen rund 37 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen erzielen. Mit 17 Prozent ist die Lücke in Mecklenburg-Vorpommern wesentlich geringer, dort werden aber auch wesentlich niedrigere Löhne gezahlt.


In welchen Branchen kann ich 3000 EUR netto verdienen?

In folgenden Branchen werden überdurchschnittlich hohe Löhne und Gehälter erzielt. Im Vergleich zum Durchschnitt aller Jahreseinkommen wurde ermittelt, um wie viel Prozent die Einkommen in den jeweiligen Branchen über dem Durchschnitt liegen. Bei der Planung des beruflichen Ausbildungsweges kann man anhand dieser Daten bereits absehen, wie viel man später verdienen wird und ob man mittelfristig auf das Wunscheinkommen von 3.000 EUR netto kommen wird.


  • Pharmaindustrie. Man muss kein Medizinstudium oder eine ähnlich gelagerte Ausbildung vorweisen können, um in der Pharmabranche gut zu verdienen. Verglichen mit der Arbeit in anderen Branchen verdient man rund 20 Prozent mehr. Ein Extrembeispiel: Ein Controller verdient in der Pharmabranche rund 66.100 EUR im Jahr, ein Controller in der Callcenter-Branche nur rund die Hälfte. Auch IT-Leiter und Bürofachkräfte verdienen in der Medizinbranche überdurchschnittlich gut.


  • Chemie- und Verfahrenstechnik sowie Halbleiterbranche. Beide Branchen verzeichnen ein Einkommensplus von 19 Prozent gegenüber dem Durchschnitt. Controller dieser Branchen erzielen ca. 65.500 EUR, Sekretärinnen können mit rund 40.000 EUR brutto im Jahr rechnen.


  • Anlagen- und Maschinenbau, Banken und Softwareentwicklung. Hier erzielt man 18 Prozent mehr Jahreseinkommen im Durchschnitt. Gerade im Softwarebereich, wo sich ein entwickeltes Produkt möglicherweise millionenfach verkauft, sind die Grenzen nach oben offen, was auch dem jährlichen Gehaltsspiegel zu entnehmen ist. Ein IT-Leiter kommt in allen drei Branchen auf rund 120.000 EUR im Jahr - ca. 18.000 EUR mehr als im Durchschnitt.


Und wie schaut es bei Ihnen aus?

Verdienen Sie über EUR 3.000,- netto? Wo kann man sonst noch EUR 3.000,- netto verdienen?




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5 Kommentare
Anonym am 30. August 2019 um 08:50 Uhr
Im Vertrieb, z.B. in der Lebensmittelindustrie, verdienen einige Fachberater um 120 TEUR pro Jahr. Voraussetzung: Ausbildung im Lebensmittelbereich, danach Fachakademie ( Technologie), noch dazu 2 Fremdsprachen, Englisch ist ein Muss! Solche Leute gehen bei Fachmessen wie warme Brötchen weg, man sollte allerdings erst nach einigen Jahren Berufserfahrung den Aufstieg versuchen und eine harte schlecht bezahlte praktische Ausbildung bestehen. Schon allein aus diesem Grund scheiden viele aus, viele wissen auch nichts von diesen Möglichkeiten.

Zufriedener am 30. August 2019 um 11:22 Uhr
Ich verdiene, verheiratet, drei Kinder, Steuerklasse 3, nach 15 Jahren im Beruf, als Notfallsanitäter 3500 Eur Netto. Und da ist bei uns null Unterschied zwischen Mann und Frau.

Skibi am 30. August 2019 um 16:51 Uhr
Fällt jemandem auch was im Verwaltungsbereich ein?

Lotti am 30. August 2019 um 19:44 Uhr
Mit Realschulabschluss in einem Ausbildungsberuf ist das nicht so einfach. Geh zur Bundespolizei. Nach der Ausbildung als Polizeivollzugsbeamter im mittleren Dienst bekommt man als Polizeimeister ca 2200,- netto ohne Zulagen. Nach 10-15 Jahren, an der richtigen Dienststelle, sind es als Polizeihauptmeister A9mZ ca. 3000,- netto in der Lohnsteuerklasse 1. Alternativ bekommt man einen solchen Nettolohn noch in der Autoindustrie bei Audi, VW, Daimler, Porsche, BMW. Oder die Pharmaindustrie zahlt auch gut. Merck, Bayer, BASF usw.

JJ87 am 31. August 2019 um 01:55 Uhr
Ich kriege im Schnitt 3700 Euro netto. Schichtdienst Chemiebranche über 12 JAHRE mit Berufserfahrung. 37,5 Std. Woche. Viel Erfolg bei der Suche.



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